Beispiel
Für Anna war alles klar: Nach dem Abitur wollte sie Medizin studieren, schließlich waren beide Eltern auch in diesem Beruf tätig, verdienten gut und arbeiteten gerne.
Dann hörte sie bei einer Podiumsdiskussion etwas über die Arbeitsbedingungen junger Assistenzärzte und die Verdienstmöglichkeiten niedergelassener Mediziner und überlegte sich auch angesichts der langen Ausbildungszeit eine Alternative: das Lehramt. Vorteil: sicherer Arbeitsplatz, guter Verdienst, familientauglich. Doch nachdem sie den entsprechenden Test gemacht hatte, stellte sie fest: 40 Jahre mit jungen Menschen arbeiten, ihre Launen ertragen, keine wirklichen Variationen erleben, vor allem von einem Arbeitgeber abhängig sein, das wollte sie nicht. So kam sie zu uns.
Was mache ich nach meinem Abitur, meinem Abschluss?
Um diese Frage kümmert man sich häufig sehr spät. Weil man sich mit den schulischen Anforderungen ausgelastet sieht, verdrängt man das Danach. Wenn es dann so weit ist, müssen zügig Entscheidungen getroffen werden, weil jeder Monat im Lebenslauf zählt. Die Angst, eine falsche Entscheidung zu treffen, wächst mit dem Druck, sie treffen zu müssen. Häufig hat man diese durch eine „qualifizierte Auszeit“ in Form eines Auslandsjahres noch einmal verschoben.
Die Erfahrung zeigt, dass nach rein formalen Kriterien (Durchschnitt im Abitur) und / oder Empfehlungen aus dem sozialen Umfeld eine Studienwahl getroffen wird. Die Erfahrung lehrt aber ebenso, dass dieses Verfahren zu kurz greift. Die enorm hohe Abbrecherquote (annähernd 40 %) nach dem dritten bis vierten Semester ist ein Beleg dafür.
Um in der Ausbildung, aber auch im späteren Berufsleben erfolgreich zu sein, müssen weitere Fähigkeiten, Begabungen und Neigungen berücksichtigt werden.
Anna hat das erkannt.
Mit Hilfe unserer Beratung hat sie festgestellt, dass sie ein breit gefächertes Interesse für gesellschaftliche, biologische und verhaltenswissenschaftliche Fragestellungen hat, gerne im Gesundheitsbereich arbeiten würde, aber den direkten Kontakt mit kranken Menschen vermeiden möchte.
Mittlerweile studiert sie im 3. Semester Gesundheitswissenschaften an der Universität Maastricht. Nach Erhalt ihres Bachelor of Science (BSc) will sie zur transnationalen Uni nach Limburg (Belgien) wechseln, um dort einen Masterstudiengang anzuschließen.
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